Farbe in die Nacht! – Wildkameras mit Weißlichtblitz

Farbe in die Nacht! – Wildkameras mit Weißlichtblitz

Der Markt der Wildkameras boomt, doch Normalblitzgeräte sind selten

Der Markt bei Wildkameras oder auch Fotofallen ist weiter auf Wachstumskurs. Groß ist die Bandbreite der Modelle aber auch die Preise, Qualität und technische Ausstattung. Nicht immer ist alles deckungsgleich. Manche Kameras sind technisch bis zur Funkübertragung hochgerüstet. Wieviel Komfort man braucht oder sich leisten will und/oder kann muß jeder für sich selber entscheiden. Zwei technische Verfahren unterscheiden sich beim Einsatz. Erstens Kameras unter Verwendung von  LED-Ausleuchtung in unterschiedlichen Wellenlängen und Normalblitzgeräte.

Bedauerlich ist es, dass über 90 Prozent der im Handel befindlichen Modelle auf LED-Basis arbeiten und zur Zeit mit der USA-Firma Cuddeback nur noch ein nennenswerter Hersteller existiert, der auch Normalblitz(Flash-)modelle im Programm hat.

Die Ursache dafür liegt aus meiner Sicht darin, dass LED-Kameras fast alle Umschaltmöglichkeiten zwischen Einzelbild und kurzen Videosequenzenzen gestatten, während Normalblitzmodelle auf Einzelbilder beschränkt bleiben. Einige Hersteller versuchen dies mit Wechselmodulen auszugleichen, die nach meiner Erfahrung z.Zt. noch nicht ganz befriedigende Kompromisse darstellen.

Vor sieben Jahren habe ich mich für Normalblitz entschieden und in einem Pürschbezirk eine Ruhezone von ca. 50 Hektar belassen, in der ich fünf Kameras fest installierte. Mit der wetterabgwandten Seite wurden sie auf etwa zehn Meter auf eine Salzlecke ausgerichtet, um Wild etwas zu steuern. Die Bildaktivierungszeiten wurden innerhalb eines Jahres von fünf über drei auf eine Minute reduziert und in dieser Folge bis heute so belassen. Die Standorte wurden gelegentlich mit einer Hand voll Mais oder Falläpfeln aufgewertet.

Die Wildkamera stört fast keine Tierart

03_Schery_Einklinker_Homepage_Produkt_300 x 250 px.inddKeine Wildart vor Ort störte sich noch an dem Blitz, manchmal kamen das Rotwild oder auch Sauen bis auf wenige Zentimeter an die Kameras heran ohne sich an ihnen zu stören. Lediglich Füchse hielten sich nicht länger auf, während Dachse völlig gelassen blieben und auch Waschbären und Steinmarder sich kaum stören ließen.

Das Rot- oder auch Schwarzwild sich vor den Kameras  niedertat und ruhten, Kälber z.T. fest schliefen, war nicht ungewöhnlich. Lediglich einzelne fremde suchende Hirsch vor der Brunft waren manchmal durch den Blitz irretiert. Gesellten sie sich aber zu dem „ortsansässigen“ Kahlwild (der Pürschbezirk hat keinen Feisthirscheinstand) die die Kameras kannten, gewöhnten sie sich innerhalb von ein bis zwei Tagen an die Blitzerei.

In den sieben Jahren fielen etwa 150 000 Bilder an, von denen (manchmal leider) 80 bis 90 % am PC gelöscht werden mussten, da eine solche Menge nicht händelbar war und ist. Wenn es um reine Kontrollen nach Art, Stückzahl, Alter und Uhrzeit des Erscheinens geht, sind die Schwarz-Weiß-Aufnahmen besserer LED-Kameras durchaus gut geeignet. Das an den Kamerastandorten kein Schuss fällt, ist für mich selbstverständlich.

Mir persönlich macht es aber Freude etwas Farbe in die Nacht zu bringen.

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