Wärmebildkamera für den jagdlichen Einsatz

Wärmebildkamera für den jagdlichen Einsatz

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Sobald es um die Auswahl der passenden Wärmebildkamera geht, können die zahlreichen technische Daten schnell zur Verwirrung führen. Die Redaktion huntingnews gibt Anworten auf die 12 wichtigsten Fragen, wenn es um die Verwendung von Wärmebildkameras für die Jagd geht.

Antworten auf 12  wichtige Fragen zur Wärmebildkamera im jagdlichen Einsatz

 1. Der jagdliche Einsatz von Wärmebildkameras – Was ist beim Kauf zu beachten?

Beim jagdlichen Einsatz sollte das Hauptaugenmerk auf die Entfernungen zur Detektion, Erkennung und Identifikation einer Wärmequelle liegen. Bei der Bewertung einer Wärmebildkamera wird oft die Bildfrequenz überbewertet.

Die Definitionen der Betrachtungsmerkmale sehen wie folgt aus:

  • Detektion = Wahrnehmung der Wärmequelle
  • Erkennung = Ausmachen der Wärmequelle
  • Identifikation = Ansprechen der Wärmequelle

2. Welche Bildauflösung sollte vorhanden sein?

Momentan befinden sich folgende Bildauflösungen auf dem Markt:

  • 240 Pixel: Nahbereich, geringe Detailschärfe
  • 320 Pixel: Mittlere Distanz, gute Detailerkennung
  • 640 Pixel: Hohe Distanz, sehr gute Detailerkennung

Für den Einsatz auf der Jagd empfehlen wir 320 Pixel oder mehr.

3. Welche Bildfrequenzen werden empfohlen?

Für den jagdlichen Einsatz sollten die Bildfrequenzen nicht überbewertet werden. 9Hz reichen oftmals vollkommen aus. Wesentlich wichtiger ist die Detektion, Erkennung und Identifikation der Wärmequelle.

4. Welcher Zoom wird benötigt?

Es kommt hier etwas darauf an, welche Aufgabe vor einem liegt. Ist man beispielsweise auf der Pirsch, ist ein weites Sehfeld ohne Zoom sinnvoll, so kann man sich relativ sicher bewegen, da die Entfernungen durch die Wärmebildkamera beim Laufen nicht verzerrt wird.. Befindet man sich auf dem Ansitz, ist eine Vergrößerung sinnvoll, um Wild ggf. auch sicher ansprechen zu können. Perfekt wäre ein Geräte mit elektronischer 2-fach oder 4-fach Vergrößerung.

5. Ist das 4-fache Zoom wirklich notwendig?

Ab einer Bildauflösung von 640 Pixeln sollte die Kamera einen 4-fach Zoom besitzen, da durch die hohe Auflösung beim Zoomen die Details im Bild besser zu erkennen sind.

6. Was bringt eine hohe Bildwiederholfrequenz von 30Hz oder 50Hz?

Eine hohe Bildwiederholfrequenz ist wichtig, wenn man z.B. aus einem fahrenden PKW das Umfeld beobachten möchte. Im Bereich der Jagd wird sich der Jäger meist bei der Verwendung der Wärmebildkamera selbst nicht bewegen. Zunächst einmal ist wichtig, dass erst einmal eine Wärmequelle erkannt wird. Heben sich die Tiere farblich nicht ab, bringt auch die Erhöhung der Bildfrequenz nichts. In der Jagdpraxis kann durchaus auf Geräte mit einer Bildwiederholfrequenz von 9 Hz zurückgegriffen werden.

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7. Welche Leistungskriterien sollten bei dem jagdlichen Einsatz vorhanden sein?

Zu empfehlen ist eine Auflösung von 320 x 240 Pixel, sowie 19 mm Objektivdurchmesser mit der eventuellen Option eines 2-fachen Zoom. Die Bildwiederholfrequenz steht nicht im Mittelpunkt.

8. Hat eine Wärmebildkamera Nachteile gegenüber einem Nachtsichtgerät?

Die hohe Bildauflösung bei sehr guten Nachtsichtgeräten bieten Vorteile beim Ansprechen im Nahbereich gegenüber einer Wärmebildkamera.

9. Woher kommen die Klickgeräusche?

Das liegt am automatischen Kalibrierungsprozess, den die Kamera besitzt. Dadurch wird die Abbildungsleistung verbessert. Das Wild nimmt diese Geräusche in der Praxis nicht war.

10. Farblich oder Monochrom – Was wird empfohlen?

Befindet man sich auf einer homogenen Fläche, z.B. Wiese oder Feld, ist eine Darstellung in schwarz/weiß gut geeignet, um Wild zu erkennen. Die Fläche wird als heller oder dunkler Bereich dargestellt, Tiere hingegen zeichnen sich umgekehrt hell oder dunkel ab. Schaut man aber in einen Wald hinein, so wechseln sich oft helle und dunkle Bereiche ab. Dabei handelt es sich um Bäume, Felsen, Zweige, Büsche, Steine usw. In einem solchen Fall kann ein Tier sehr schnell übersehen werden. Hier bietet sich eine farbliche Darstellung der Wärmequelle an.

11. Bringt eine über 640 Pixel hinausgehende HD Bildschirmauflösung Vorteile?

Ja – im Falle eines elektronischen Zooms, z.B. 2-fach oder 4-fach, bietet ein HD Bildschirm einen erweiterten Bildausschnitt und somit ein größeres Gesichtsfeld.

12. Binokulare Wärmebildkameras oder Monokulare Geräte?

Binokulare Wärmebildkameras bieten die Möglichkeit der räumlichen Wahrnehmung. Für längere Beobachtungseinsätze ist dies komfortabel und oft Vorteil. Im jagdlichen Umfeld ist jedoch eine monokulare Wärmebildkamera vorzuziehen. Diese Geräte sind sehr handlich und bringen klare Vorteile beim Pirschen und bei der Nutzung in einer Kanzel. Die Verwendung einer monokularen Wärmebildkamera führt nicht zur „Blendung“ beider Augen durch das relative helle Bild der Kamera in der Nacht. Somit kann bei gutem Mond immer noch nach der Identifikation des Tieres durch die monokulare Wärmebildkamera ein sicherer Schuss durch die Zieloptik einer Jagdwaffe abgegeben werden.

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