Wildkamera mit Schwarzlichtblitz oder Infrarotblitz wählen?

Wildkamera mit Schwarzlichtblitz oder Infrarotblitz wählen?

IRvsBlackFlash

Für viele Jäger stellt sich diese Frage leider überhaupt nicht mehr. Wie selbstverständlich fällt die Entscheidung oft automatisch auf den so genannten Schwarzlichtblitz oder auch Black Flash genannt.  Eine Abwägung der Vorteile und Nachteile zwischen den beiden Blitzvarianten IR-Blitz und Schwarzlichtblitz erfolgt nicht mehr, da davon ausgegangen wird, dass Fotofallen mit Black Flash ausschließlich Vorteile mit sich mitbringen.

Technische Unterschiede zwischen Schwarzlichtblitz und IR-Blitz

Zunächst möchte ich auf die technischen Unterscheide zwischen beiden Varianten eingehen. Der Begriff Schwarzlichtblitz (Black Flash)  weist darauf hin, dass dieser Blitz komplett unsichtbar ist. Ein sogenannter Schwarzlichtblitz arbeitet als Infrarotblitz im Wellenlängenbereich  von 940nm und ist somit für das menschliche Auge nicht mehr sichtbar. Es kann davon ausgegangen werden, dass dies auch für die meisten Wildtiere zutrifft, da diese nicht auf den Schwarzlichtblitz reagieren.  Der normale Infrarotblitz arbeitet im Wellenlängenberteich von 850nm und ist für das menschliche Auge noch leicht sichtbar.

 

Handelt es sich bei einem IR-Blitz und Schwarzlichtblitz wirklich um einen Blitz?

MOULTRIE M-880 mit IR-Blitz
MOULTRIE M-880 mit IR-Blitz

Genau genommen handelt es sich bei beiden Varianten um keine echten Blitze, sondern um eine Beleuchtung. Vor der Aufnahme werden die Leuchtdioden eingeschaltet, danach erfolgt die Aufnahme des Bildes und danach wird die Beleuchtung wieder ausgeschaltet. Die Leuchtdauer der Dioden liegt deutlich über der Belichtungszeit der Aufnahme. Daher gibt es hin und wieder den Fall, dass Wildtiere bei der Aufnahme in die Kamera blicken. Dies ist nur möglich, da die Störung durch die sichtbare Infrarotbeleuchtung vor der eigentlichen Bildaufnahme erfolgt und noch die Zeit lässt aufzuwerfen, um die Störung zu lokalisieren.

Ein Schwarzlichtblitz, bestehend aus Leuchtdioden, emittiert die maximale Leistung bei 940nm . Weiterhin geben die Leuchtdioden aber auch noch unterhalb und oberhalb der Wellenlänge von 940nm Strahlung in Form einer Gaußverteilung ab. Teile der Strahlung unterhalb der 940nm sind für das menschliche Auge weiterhin sichtbar. Daher befindet sich bei Wildkameras mit Schwarzlichtblitz vor den Dioden meist noch eine schwarze Folie, die als Filter eingesetzt wird, um den noch sichtbaren Bereich unter 940nm herauszufiltern.

 

Wie wirkt sich nun die Wahl des Blitzes auf die Bildqualität aus?

Grundsätzlich ist die Blitzreichweite eines Schwarzlichtblitzes im Vergleich zu einem normalen IR-Blitz um ca. 20-30% geringer. Die Bildqualität einer Fotofalle mit Black Flash ist auch deutlich schlechter, da das Bildrauschen zunimmt. Grund hierfür ist, dass die bei Wildkameras eingesetzten Bildsensoren im Wellenlängenbereich von 940nm nicht die maximale Empfindlichkeit aufweisen und bereits im Grenzbereich der Sensoren arbeiten.  Hersteller von Wildkameras bieten meist ein und dieselbe Wildkamera mit beiden Blitzvarianten an. Der Schwarzlichtblitz wird qualitativ immer deutlich schlechtere Ergebnisse in den Punkten Blitzreichweite und Bildqualität liefern.

Blitzauswahl im jagdlichen Einsatz

Wildkamera MOULTRIE M-880i mit Schwarzlichtblitz
Wildkamera MOULTRIE M-880i mit Schwarzlichtblitz

Stellt sich nun die Frage, ob ein normaler Infrarotblitz im jagdlichen Einsatz von Nachteil ist? Erst wenn Wild bedingt durch den sichtbaren Infrarotblitz vergrämt wird und die Kirrung, Fütterung oder Salzlecke dauerhaft verlässt, kann man von einem Nachteil reden. Blickt Wild nur kurz in die Kamera und verweilt nach der Aufnahme weiterhin an Ort und Stelle, so kann dies wohl nicht negativ gewertet werden.

Durch den besonnen Einsatz und Programmierung der Fotofalle wird man bei Schwarzwild und Rehwild eine Vergrämung bei einem normalen Infrarotblitz vermeiden können. Zu Beginn sollte auf die Serienbildfunktion verzichtet und der Abstand zwischen den Bildern nicht zu kurz gewählt werden.  Ein Abstand zwischen den Bildern von 1 Minute hat sich als unkritisch herausgestellt. Das Wild wird sich nach einigen Tagen an der Kirrung  am sichtbaren Infrarotblitz nicht mehr stören. Danach kann auch die Serienbildfunktion genutzt und der zeitliche Abstand zwischen den einzelnen Bildern verkürzt werden.  Auf die Aufnahme von Videosequenzen sollten zu Beginn auch verzichtet werden, da hier die Störung verursacht durch die IR-Beleuchtung sich über den gesamten Aufnahmezeitraum erstreckt.

Wird Rotwild oder ein erfahrene Keiler an der Fütterung oder Kirrung erwartet, so sollte die Wahl sofort auf einen Schwarzlichtblitz fallen, da diese Stücke auch einmalige Störungen oft dauerhaft mit Abwesenheit quittieren.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass normale Wildkameras mit sichtbarem Infrarotblitz folgende Vorteile bieten:

  • Bessere Bildqualität
  • 20%-30% größere Blitzreichweite
  • günstigerer Preis
  • für Rehwild und Schwarzwild in der Regel völlig ausreichend

Eine Wildkamera mit Schwarzlichtblitz bietet folgende Vorteile:

  • komplett unsichtbarer Schwarzlichtblitz (Black Flash)
  • gut bei empfindlichen Wild (erfahrene Keiler oder Rotwild)

 

 

 

 

 

 

 

 

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Redaktion - Hunting News

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